Tage der ewigen Anbetung in Hof

1. Das Gebet.
Ich sehe immer wieder Menschen in unseren Kirchen zum Gebet. Menschen kommen mit ihren Sorgen und Anliegen, mit ihrem Dank und ihrer Bitte. Wer glaubt, beten bringe nichts, hat noch nie gebetet. Im Gebet steckt – wie ich meine - eine Kraft, manches los zu werden und sich Gott anzuvertrauen. Die Ordensfrau und große Mystikerin Mechthild von Magdeburg sagte einmal: „Das Gebet, das ein Mensch verrichtet mit seiner ganzen Kraft, hat große Macht. Es macht ein bitteres Herz reich, ein törichtes Herz weise, ein zaghaftes Herz kühn, ein schwaches Herz stark, ein blindes Herz sehend, eine kalte Seele brennend. Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz, es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem vollen Gott.“
2. Die Stille.
Die Anbetung betet Raum und Zeit für die Stille. Täglich sind wir von vielerlei Dingen umgeben, die uns unruhig und innerlich aufkratzen machen. Die Stille trägt in der Liturgie dazu bei, sich auf Gottes Gegenwart in seinem Wort, in unserer Gemeinschaft und in uns selbst einzulassen, um ihn darin neu zu erfahren und ihm wahrhaft zu begegnen. Stille Momente gibt es auch bei vielen anderen Gelegenheiten. Seit einigen Jahren wird eine Nordic Walking Gruppe angeboten. Auch hier gibt es insgesamt 40 Minuten diese Stille zuzulassen, zu schweigen und das, was mich umgibt und mich beschäftigt, wirken zulassen. Sozusagen in mir selbst zu ruhen, mit mir selbst und Gott in Berührung zu kommen. Ich denke, es ist nicht immer leicht, sich diese Stille zu verordnen, aber hin und wieder tut Stille gut, denn sie gibt dem Menschen ein hörendes Herz im Alltag, damit ich weiss, auf was es im Leben wirklich ankommt.
3. Die Kniebeuge.
In der Anbetung beugen wir in besonderer Weise unsere Knie – vor dem Allerheiligsten. Was soll diese Kniebeuge oder Verneigung ausdrücken? Möchte Gott mich klein halten, so dass ER der Große und Mächtige sein kann? Gewiss nicht! Im Philipperbrief steht: „Darum halt ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der jeden Namen übertrifft, damit vor dem Namen Jesu alle Mächte im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes des Vaters.“ Ich denke, die Kniebeuge macht uns demütig und bewahrt uns vom Denken und vom Wahn der absoluten Machbarkeit, des Perfektionismus und Selbstoptimierung! Letztlich ist es Gott zu dem wir aufschauen dürfen, der unser Leben trägt und hält und der unser Ziel des Lebens bereit hält.