Eine Kirche voller Leben
Der Weihe ihrer Pfarrkirche „Maria, Königin des Friedens“ vor 50 Jahren haben die Bad Stebener Katholiken mit vielen Gästen aus nah und fern mit einer festlichen Heiligen Messe gedacht. Sie erinnerten sich an den 16. Juni 1963, als Erzbischof Dr. Josef Schneider den Namen des Gotteshauses in der Urkunde der Grundsteinlegung begründete. Bei der Begrüßung nach dem Einzug der Ministranten und Geistlichen freute sich Pfarrer Sebastian Masella über die Anwesenheit einer ganzen Reihe von Ehrengästen und dankte den kirchlichen Mitarbeitern für Ihre Dienste im Ehrenamt. Gekommen war auch der 90-jährige Josef Wehner, der zur Zeit des Kirchenneubaus Kirchenpfleger war.
Im Vergleich mit dem Tempel von Jerusalem erinnerte der Würzburger Pfarrvikar Christian Stadtmüller in seiner Festpredigt an den Kirchenbau vor 50 Jahren. „Auch hier haben Vertriebene in einem Gotteshaus eine neue Heimat gefunden, und es wurde ihnen an Opferbereitschaft einiges abverlangt!“ Zwischenzeitlich sei vieles erneuert und verschönert worden, Priester und Seelsorger hätten segensreich gewirkt. „Ein Gotteshaus darf keine leere Hülle sein, sondern muss belebt werden und Ansporn für den eigenen belebenden Glauben sein“, sagte Stadtmüller. Mit einem klaren Nein beantwortete der Geistliche seine selbst gestellte Frage: „Habe ich mit dem Zahlen der Kirchensteuer meine Pflicht getan?“
Der Kirchenchor unter Leitung von Klaus Weber und ein sinfonisches Quartett (Martin Hauke, Michaela Ebert, beide Geige, Wilfried Ebert, Bratsche, und Martina Wunner-Hagen, Cello) setzten musikalische Glanzpunkte mit Werken von Bach und Pachelbel, die Thomas Drescher (Orgel) und Michael Steiner (Trompete) um weitere Facetten ergänzten. Die beiden Interpreten aus Mainz und Nürnberg sind Reha-Patienten einer Bad Stebener Klinik.
In seinen Grußworten machte Bürgermeister Bert Horn deutlich, dass das zentrale Bauwerk der Pfarrkirche „Maria, Königin des Friedens“ mit dem neu gestalteten Kirchenvorplatz zu einem Blickfang in der Badstraße geworden ist. „Aus den früheren Heimatvertriebenen, die den Kirchenneubau verwirklicht haben, sind inzwischen Einheimische geworden“, so Bürgermeister Horn, „alles und alle sind zu einem festen Bestandteil Bad Stebens geworden.“
Der im Kurort beheimatete CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König stellte fest: „Es wäre wünschenswert, dass wieder mehr Menschen in unserem Land zu den christlichen Werten zurückfinden.“ An den engen Zusammenhang des Kirchenneubaus mit dem Aufblühen des Bad Stebener Kurwesens erinnerte Kurdirektor Ottmar Lang, der auch auf die Bedeutung der Kurseelsorge aufmerksam machte. „Wo die Seele sich im Gleichgewicht befindet, da kann auch der Körper gesunden.“ Glückwünsche zum Kirchenjubiläum übermittelte Spielbankdirektor Udo Braunersreuther, der auch ein Geldgeschenk mitgebracht hatte.
Nach dem Mittagessen im Pfarrsaal feierten die Gläubigen im Pfarrgarten bei Sonnenschein ein fröhliches Fest.